Freitag, 20. Mai 2011

Die Langzeit-Studentin

Ich weiß, noch wie ich mich zu Beginn meines Studiums über die ewigen Langzeitstudenten Mitte dreißig gelächelt habe. Wie kann man nur sooo lange studieren. Und jetzt muss ich mit Grinsen feststellen, dass ich auch in diese Kategorie falle: bald 30 und wieder Student! :-)

Ab September werde ich an der Concordia Universität ein Aufbaustudium machen, Übersetzung Französisch nach Englisch. Der Weg dahin war gar nicht so einfach und ich habe sehr gezittert, ob mein Linguistik-Magister mir anerkannt wird. Da es sich ja um ein Aufbau-Studium handelt, musste man schon einen Abschluss in einer verwandten Disziplin haben. Damit ein ausländischer Abschluss hier anerkannt wird, muss man einiges an Papierkram vorweisen: Bewerbungsanschreiben, Aufenthaltgenehmigung, Pass, Übersetzungen der Diplome (verifiziert von einem offiziel anerkannten Übersetzter), Referenzen (Originale mit Unterschrift im versiegelten Umschlag, Kopien reichen da nicht!), einen offiziellen Bescheid der Uni mit Kursauflistung und Noten (direkt zugesand von der Uni). Ich hoffe, ich kann euch gut vermitteln, wie viele Botengänge etc. dieser Papierkram erforderte. Darüber hinaus gehört mein Magister noch zu denjenigen, bei denen wir unsere Scheine selber einsammeln durften und die Uni Kiel keine offizielle Noten- bzw. Kursauflistung hat. Aber in weiser Vorraussicht, habe ich selbst so eine Liste angefertigt, allerdings besaß nur ich diese Liste und die Uni Kiel konnte sie nicht direkt zuschicken! Ich sah schon ganz schwarz, dass es an dieser Kleinigkeit scheitern sollte. Zum Glück konnte ich die Professorin fur das Übersetzerprogramm persönlich treffen und sie kannte das Schein-System, da sie selbt mal in Europa war! Ich kann Euch nicht sagen, was für ein Stein mir vom Herzen viel. Da sie das System kannte und das Problem (ich bin ja nicht die einzige mit einem deutschen Magister), habe ich eine Woche später meinen Zulassungsbrief bekommen! Hurra!


Mit dem Papierkram war es allerdings noch nicht erledigt. Denn um hier studieren zu können muss man vom Bildungsministerium einen Zulassungscode haben. Den konnte man mit verhältnismäßig geringem Papieraufwand (Kopie der Aufenthaltsgenehmigung)beantragen und hat ihn schnell bekommen. Wer das allerdings versäumt bevor das Semester losgeht, muss mit einer Strafe von 2000 CAD rechnen. Hat man einmal seinen `Permanent code`, kann man sich nun den Studiengebühren widmen.

Die Studiengebühren richten sich hier nämlich nicht nur nach der Anzahl der Kurse, sondern auch nach dem Status der Studenten. Internationale Studenten mit einem Studentenvisum zahlen circa. 1000 CAD pro Kurs, kanadische Studenten oder Studenten mit Aufenthaltsgenehmigung zahlen dagegen nur ca. 200 CAD pro Kurs. Dazwischen gibt es auch noch Abstufungen. In was für eine Kategorie man nun fällt, muss erstmal geprüft werden und natuerlich mit den nötigen Papieren belegt werden. Was an Papieren von der Uni eingefordert wird, bestimmt jede Uni selber.
Leider habe ich mir gerade eine Uni ausgesucht, die die ganze Sache recht kompliziert gestaltet (klar es gehen ihnen ja schon ein nettes Sümmchen an Studiengebühren duch die Finger, je mehr Studenten in die letzte Kategorie fallen). So reicht eine Kopie der Aufenthaltsgenehmigung nicht, daneben wird eine Kopie der Krankenkassenkarte, eine eidesstattliche Erklärung, dass man die letzten 12 Monate nicht Vollzeit studiert hat (ich falle in die Kategorie, da ich ja seit dem 2 Mai 1 Jahr hier bin!!!) und Kopien der Mietverträge der letzten 12 Monate. An sich ja noch nicht mal so schlimm. Allerdings ist das mit den Mietverträgen so eine Sache. Mit meinem alten Mitbewohner hatte ich sozusagen einen Untermietvertrag für mein Zimmer. Das wird leider nicht akzeptiert und desshalb muss man eine Bestätigung des Wohnungsbesitzers vorlegen, dass man dort gewohnt hat. Wer also den Besitzter nicht kennt, hat ein Problem. Zum Glück wohnt der Vermieter von Joe`s Wohnung nebenan und kennt mich auch vom sehen. Zum Glück habe ich bis zum 1 Dezember Zeit den Brief vorzulegen. Mein Ärger hat sich zum Glück auch nicht lange gehalten und ich nehme die Sache mit viel Humor, so bin ich wenigstens beschäftigt (auch wenn ich die Zeit gut anders verbingen koennte)! Trotz der kleinen Hindernisse freue ich mich sehr auf den Herbst, nach fast 2 Jahren Pause, fehlt mir der intelektuelle Input doch sehr! So sprach die ewige Studentin :-)

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