Eine leider etwas unschöne Erfahrung beim Auswandern ist der veränderte Status, den man in der Gesellschaft hat. Als Deutsche in Deutschland ist man gewohnt mit Respekt und ohne Voruteile behnandelt zu werden. Wie sich die Ausländer in Deutschland fühlen, dass kann man wohl erst richtig nachvollziehen, wenn man selber ausgewandert ist.
Obwohl man ja weiss, dass man im Ausland ja nun "Ausländer" ist, ist die Realität manchmal ganz schön hart. Vorurteile häufen sich, Arbeitserfahrungen und Diplome etc. werden abgewertet, damit ist man täglich auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert. Ich habe da auch schon so manche Erfahrungen gemacht. So hatte ich mich bei einer Schülernachhilfe beworben und wurde doch auch tatsächlich zurückgerufen. Als die Leiterin allerdings am Telefon meinen Akzent hörte, meinte sie da ich ja einen Akzent habe, könnte sie mich nicht einstellen, da die Schüler alle aus Québec kämen. Aber ich könnte als freiwillige Helfern für einzelne Schüler arbeiten. An sich verstehe ich ja, dass ein Akzent nicht so toll ist, wenn man unterrichtet. Aber erstens ging es hier um Nachhilfe. Zweitens bedenke man, die Schüler aus Québec haben einen viel stärkeren Akzent, wenn sie Französisch sprechen, als ich!!! Immerhin spreche ich ein franzözisches Französisch!
Zum Glück überwiegen meine positiven Erfahrungen und da ich ja äusserlich sehr gut in Kanada reinpasse, erlebe ich wahrscheinlich noch weniger ausländerfeindliche Einstellungen als so mancher Einwanderer aus Afrika, Asien oder Südamerika.
Aber es gibt dann auch auf der anderen Seite die netten Arbeitgeber, die auch mal einem Ausländer eine Chance geben!
Ich möchte niemanden von seine Plänen auszuwandern abbringen, nur leider ist die gelebte Realität oft schwerer als gedacht.
Meine Erfahrungen hier haben mir vor allem gezeigt, wie schwer es Ausländer manchmal haben und ich habe ein viel besseres Verständnis, was Ausländer so in Deutschland durchleben. Etwas theoretisch wissen ist nicht das gleiche wie es selber leben!
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